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Thema · 1482–1519

Ein Wein mit Leonardo

Ein Abend in Mailand, zwischen Weinberg, Werkstatt und Abendmahl

Stell dir einen Abend im Mailand um 1495 vor: Wein aus Leonardos eigenem Weinberg, Skizzenblätter auf dem Tisch, im Refektorium nebenan trocknet ein Wandbild zu schnell. Diese Tour erzählt Leonardo als Gastgeber und Grübler.

Die Geschichte hinter der Reise

Leonardo lebt fast zwei Jahrzehnte am Hof der Sforza in Mailand. Er ist Maler, Ingenieur, Festorganisator und Musiker zugleich — und bekommt für seine Dienste einen Weinberg vor den Toren der Stadt geschenkt.

Künstler

Leonardo da Vinci

Kämpfe & Spannungen

Leonardo arbeitet langsam, experimentiert mit Rezepturen und bricht Aufträge ab. Das „Abendmahl“ malt er nicht als Fresko, sondern in einer eigenen Mischtechnik auf trockene Wand — sie beginnt schon zu seinen Lebzeiten zu zerfallen.

Entdeckungen

Sfumato: Leonardo lässt Konturen in hauchdünnen Lasuren verschwinden. Licht wird weich, Übergänge werden unsichtbar, Gesichter bekommen eine Stimmung statt einer Linie.

Was bleibt

Sein Weinberg an der Casa degli Atellani in Mailand existiert bis heute; die Rebsorte wurde aus Traubenresten im Boden rekonstruiert. Leonardos Bildideen prägen die Porträtmalerei bis in die Gegenwart.

  1. 1

    Der Weinberg als Honorar

    Ludovico Sforza bezahlt seinen Hofkünstler nicht nur in Münzen, sondern mit sechzehn Reihen Reben. Für Leonardo ist Land Sicherheit — und der Wein Teil des Mailänder Alltags, den er beobachtet wie alles andere.

  2. 2

    Der Tisch, an dem alles kippt

    Brot, Wein, dreizehn Männer und ein Satz, der alles zerstört. Leonardo malt nicht das Ritual, sondern die Sekunde danach: Hände fahren hoch, Körper drehen sich weg, Gläser stehen unberührt.

    Das Abendmahl von Leonardo da Vinci

    Leonardo da Vinci · 1490

    Das Abendmahl

  3. 3

    Warum das Bild zerfällt

    Statt in nassen Kalk zu malen, probiert Leonardo Öl und Tempera auf trockener Wand — so kann er wochenlang korrigieren. Der Preis: Die Farbe haftet nicht, das Werk beginnt binnen Jahrzehnten zu blättern.

  4. 4

    Ein Porträt als Botschaft

    Cecilia Gallerani, Geliebte des Herzogs, hält ein Hermelin — Sinnbild für Reinheit und zugleich Wappentier Ludovicos. Höfische Kunst spricht in Andeutungen, so wie ein Toast, der zwei Dinge zugleich meint.

    Dame mit dem Hermelin von Leonardo da Vinci

    Leonardo da Vinci · 1490

    Dame mit dem Hermelin

  5. 5

    Der Mensch als Maß

    Zwischen Skizzen für Kanäle und Kriegsmaschinen zeichnet Leonardo den Körper in Kreis und Quadrat. Kunst und Wissenschaft trinken hier aus demselben Glas.

    Der vitruvianische Mensch von Leonardo da Vinci

    Leonardo da Vinci · um 1490

    Der vitruvianische Mensch

  6. 6

    Das Lächeln zum Abschied

    Leonardo nimmt das Bild jahrelang mit, ohne es abzugeben. Sfumato lässt Mundwinkel und Augen unscharf — deshalb verändert sich der Ausdruck, je nachdem, wohin du schaust.

    Mona Lisa von Leonardo da Vinci

    Leonardo da Vinci · um 1503–1506

    Mona Lisa

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