Strömung · 1945–1970
Nachkriegsmalerei in Europa
Informel, ZERO und das Blau von Yves Klein
Nach 1945 misstraut Europa den großen Erzählungen. Malerei wird Material, Geste und Farbe an sich. Auch diese Werke sind noch geschützt – hier ist ihre Geschichte.
Die Geschichte hinter der Reise
Europa beginnt 1945 zwischen Ruinen, Teilung und moralischem Zusammenbruch neu. Viele Künstler misstrauen heroischen Bildern und suchen in Material, Spur und elementarer Farbe einen Anfang ohne alte Gewissheiten.
Künstler
Yves Klein · Wols · Jean Fautrier · Emil Schumacher · Otto Piene · Heinz Mack · Lucio Fontana
Kämpfe & Spannungen
Westliche Abstraktion und sozialistischer Realismus werden im Kalten Krieg zu konkurrierenden Weltbildern. Gleichzeitig ringen Künstler darum, ob nach der Katastrophe überhaupt Schönheit möglich ist und wer im wiederaufgebauten Kunstbetrieb sichtbar wird.
Entdeckungen
Leinwände werden verbrannt, geritzt, durchstoßen oder mit Erde aufgebaut. ZERO arbeitet mit Licht und Bewegung; Klein erklärt reines Ultramarin zum immateriellen Raum. Technik und Material werden selbst zum Thema.
Was bleibt
Die Nachkriegsexperimente lösen die Grenze zwischen Malerei, Objekt und Aktion. Sie bereiten Installation, Performance und medienübergreifende Gegenwartskunst vor.
- 1
Nach dem Bild
Wer den Krieg gesehen hat, malt keine Heldenszenen mehr. Das Informel setzt auf Spur, Kruste und Zufall statt auf Motiv.
- 2
Die Vorgeschichte der Geste
Van Goghs Pinselschrift wird zum Vorbild: Der Strich selbst ist der Inhalt.

Vincent van Gogh · 1889
Die Sternennacht
- 3
Klein-Blau
Yves Klein lässt 1960 ein eigenes Ultramarin patentieren – IKB. Ein Bild ist nur noch: Farbe, monochrom, unendlich. Das Blau dieser App zitiert genau diesen Gedanken.
- 4
ZERO
Düsseldorf, 1957: Otto Piene und Heinz Mack starten bei null. Licht, Feuer und Bewegung ersetzen die Leinwand als Träger.
- 5
Die deutsche Antwort
Ab den 1960ern verbinden Gerhard Richter und Sigmar Polke Fotografie und Malerei – „Kapitalistischer Realismus“ als ironische Antwort auf die Pop Art.
- 6
Was bleibt
Der Blick zurück: Munchs Angstbild wird in der Nachkriegszeit neu gelesen – als Bild einer Gesellschaft, die ihre Fassung verloren hat.

Edvard Munch · 1893
Der Schrei
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