Alle Kunstreisen

Strömung · 1943–1965

Die New Yorker Schule

Wie das Zentrum der Kunst nach Manhattan zog

Der Abstrakte Expressionismus ist die erste Kunstbewegung, die von den USA aus die Welt prägt. Weil diese Werke noch urheberrechtlich geschützt sind, erzählen wir die Strömung – und zeigen ihre europäischen Wurzeln im Katalog.

Die Geschichte hinter der Reise

New York wird in den 1940er-Jahren Zufluchtsort für europäische Exilanten und zugleich Zentrum eines neuen amerikanischen Selbstbewusstseins. Galerien, Museen und staatliche Kulturpolitik verschieben den Kunstmarkt von Paris nach Manhattan.

Künstler

Jackson Pollock · Lee Krasner · Mark Rothko · Willem de Kooning · Barnett Newman · Helen Frankenthaler

Kämpfe & Spannungen

Die Maler streiten über Geste und Stille, Figur und Fläche. Künstlerinnen werden trotz zentraler Beiträge übergangen. Im Kalten Krieg wird die Freiheit abstrakter Kunst politisch instrumentalisiert, während viele Künstler selbst jeder Propaganda misstrauen.

Entdeckungen

Die Leinwand wächst zum körperlichen Gegenüber. Pollocks Drip Painting registriert Bewegung; Rothkos Farbfelder erzeugen langsame Wahrnehmung. Das Bild ist nicht länger Fenster, sondern Ereignis und Raum.

Was bleibt

Zum ersten Mal bestimmt eine amerikanische Bewegung den internationalen Diskurs. Pop Art, Minimalismus und Performance entstehen auch als Reaktion auf ihren Pathos und Maßstab.

  1. 1

    Emigration

    Ab 1933 fliehen europäische Künstler und Sammler nach New York. Mit ihnen kommen Surrealismus, Bauhaus und die Idee des automatischen Malens.

  2. 2

    Die Wurzel im Teich

    Als das MoMA 1955 ein spätes Seerosenbild kauft, feiern die New Yorker Monet als ihren Vorläufer: Malerei ganz ohne Rand.

    Seerosen von Claude Monet

    Claude Monet · 1906

    Seerosen

  3. 3

    Die geistige Linie

    Kandinskys Idee, Farbe wirke wie Musik, wird über das Guggenheim Museum zur Gründungslegende der amerikanischen Abstraktion.

    Komposition VII von Wassily Kandinsky

    Wassily Kandinsky · 1913

    Komposition VII

  4. 4

    Action Painting

    Jackson Pollock legt die Leinwand auf den Boden und lässt Farbe tropfen. Nicht das Bild zählt, sondern der Akt – Kritiker Harold Rosenberg nennt es „Arena zum Handeln“.

  5. 5

    Farbfeld

    Mark Rothko und Barnett Newman gehen den Gegenweg: riesige, atmende Farbflächen, vor denen man stehen soll wie vor einer Landschaft.

  6. 6

    Der Kritiker als Macht

    Clement Greenberg erklärt Flachheit zum Ziel der Malerei. Zum ersten Mal schreibt ein Kritiker mit an der Kunstgeschichte, während sie entsteht.

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